Liechtenstein

Sorgfaltspflichtengesetzgebung

Liechtenstein hat im Rahmen der Bekämpfung der Geldwäsche und der organisierten Kriminalität ein Sorgfaltspflichtgesetz (SPG) erlassen. Diesem Gesetz unterstehen alle Unternehmen und Personen, die berufsmäßig fremde Vermögenswerte annehmen und verwalten. Diese sind verpflichtet bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen ihren Vertragspartner anhand eines gültigen Dokumentes (z.B. Reisepass oder Personalausweis) zu identifizieren.

Ist der Vertragspartner eine juristische Person, so ist dem Verpflichteten ein Auszug aus dem Öffentlichkeitsregister oder ein gleichzusetzendes Dokument vorzulegen, welches nicht älter als 6 Monate sein darf.

Dabei ist die notwendige Identifikation auch auf dem Korrespondenzwege möglich. Hierzu sind sogenannte „echtheitsbestätigende Kopien“ erforderlich, die durch einen Notar, einen institutionellen Sorgfaltspflichtigen, einen Treuhänder, einen Wirtschaftsprüfer oder durch einen Rechtsanwalt ausgestellt werden können.

Wenn der Vertragspartner und die an den eingebrachten Vermögenswerten wirtschaftlich berechtigte Person nicht identisch sind, hat der Vertragspartner eine Erklärung zu der wirtschaftlich berechtigten Person abzugeben. Dabei kann eine juristische Person nur dann als wirtschaftlich Berechtigte gelten, wenn sie im Domizilland auch tatsächlich wirtschaftlich tätig ist.