LGT kauft Schweizer Tochter der Dresdner Bank

29.07.2009


Die liechtensteinische Fürstenbank LGT kauft die Schweizer Tochter der Dresdner Bank. Eine Vereinbarung zur 100-prozentigen Übernahme sei mit der Commerzbank in Frankfurt am Main abgeschlossen worden, gab die LGT Group am Montag bekannt. Die Zustimmung der Finanzmarktaufsicht wird im vierten Quartal erwartet.

(ap) Die Commerzbank hatte im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank im vergangenen Januar auch sämtliche Anteile von deren Schweizer Tochter erworben. Nun verkauft sie diese an die LGT Group. Über den Kaufpreis, der vollständig in bar bezahlt wird, wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Abschluss der Transaktion soll die Dresdner Bank vollständig in die Schweizer Tochter der LGT Bank integriert werden, wie es hiess. Zuerst müssen aber unter anderem die Finanzaufsichtsbehörden dem Kauf noch zustimmen.

Schweizer Präsenz verstärkt

Prinz Max von und zu Liechtenstein, Konzernchef der LGT Group, wies laut der Mitteilung darauf hin, dass die Bank ihre Vermögensbasis in der Schweiz mit der Übernahme verdopple und das Standbein auf diesem wichtigen Finanzplatz erheblich verstärke. Die Dresdner Bank (Schweiz) verwaltete Ende 2008 Kundenvermögen in der Höhe von 9,4 Mrd. Franken. Die kombinierte Schweizer Tochter der LGT wird gemäss der Mitteilung Vermögen von fast 20 Mrd. Franken verwalten.

Neuausrichtung der Fürstenbank

Die LGT Group war wegen Steuerumgehungspraktiken für reiche Kunden und des Datendiebstahls ihres früheren Mitarbeiters Heinrich Kieber weltweit in die Schlagzeilen geraten. Der deutsche Bundesnachrichtendienst hatte Kieber die Daten abgekauft, damit sie in Deutschland und weiteren Ländern für Verfahren gegen Steuerhinterzieher verwendet werden konnten, die ihr Vermögen in Liechtenstein vor dem Fiskus versteckt hatten. Der Liechtensteiner Fürst Hans-Adam II. sorgte später für Wirbel, als er vor dem Hintergrund des Steuerstreits Deutschland vorwarf, Grundprinzipien des internationalen Völkerrechts nicht zu beachten und den grossen Nachbarn in einem Brief ans Jüdische Museum Berlin auch mit einem «Vierten Reich» verglich.

Die Bank des Fürstenhauses hat seither aber eine Neuausrichtung eingeleitet. Das Fürstentum selber hat sich zur Übernahme des OECD-Standards bei der Amtshilfe in Steuersachen bekannt und mit Deutschland kürzlich ein Steuerabkommen vereinbart.

Quelle: NZZ